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Jürgen Wiesbeck
Landesdirektor
der Bereitschaften

Hervorragende Qualität in der Rhein-Neckar-Arena

Wiesbeck: „Ganze Bundesliga guckt ehrfurchtsvoll nach Sinsheim“

Anders als die Bundesligamannschaft der TSG 1899 Hoffenheim, die nach dem mageren 2:2 im Landesderby die Tabelle fast ganz unten ziert, sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, die bei jedem Heimspiel der Kicker Dienst in der Rhein-Neckar-Arena tun, deutsche Spitzenklasse. „Unsere Kollegen aus den anderen Bundesligastandorten gucken ehrfurchtsvoll auf unseren Qualitätsstandard,“ berichtet stolz und selbstbewusst Jürgen Wiesbeck, der DRK-Kreisbereitschaftsleiter am Samstag vor dem Spiel in einem der beiden Sanitätsräume des Sinsheimer Stadions. Wiesbeck ist beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart Chef von rund 50 Kollegen des DRK vor allem aus Sinsheim aber auch aus dem gesamten Rhein-Neckar-Kreis, die im Ost- und im Westteil der Arena alle ehrenamtlich im Einsatz sind. Und es gibt immer wieder einiges zu tun, auch wenn aktuell beim Derby der große Einsatz glücklicherweise ausblieb: Um Wespenstiche, Atemnot, nicht gut sitzende Kniebandagen und ähnliche Sorgen müssen sich die Frauen und Männer in den roten Uniformen kümmern. Aber auch Herzstillstand, Herzinfarkt, verstauchte Knöchel oder gebrochene Nasen, wie bei der Frauenfußball-WM vor vier Jahren, als ein Ball vom Spielfeld mitten im Gesicht eines Zuschauers landete, sind Themen der Rotkreuzler. Sogar am Rande des Spielfeldes stehen sie bereit, wenn etwa ein Akteur per Bahre vom Platz getragen werden muss. „Auch nach dem Spiel kann es sein, dass ein Mannschaftsarzt mit einem verletzten Spieler zu uns kommt zur genaueren Diagnose,“ hat Jürgen Wiesbeck schon erlebt. Doch man hilft gerne. Wiesbeck: „Die Unterstützung durch den Verein ist vorbildlich.“ Wer weiß, wie freundlich und liebevoll sich die DRK-Helfer um ihre „Kundschaft“ kümmern, der geht künftig viel ruhiger ins Stadion. Dies auch deshalb, weil wirklich absolute Fachkräfte vor Ort sind. Zwei Notärzte, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter warten Beatmungsgerät und Spritze bei Fuß. Zwei Rettungswagen, vier Krankentransporter und ein Notarztfahrzeug stehen zur Verfügung. Im Einsatzfokus stehen Zuschauer, Stadionmitarbeiter und im Notfall auch die Spieler auf dem Feld. Die Aufgabe lautet immer: „Das therapiefreie Intervall möglichst kurz halten,“ so der Kreisbereitschaftsleiter, der im richtigen Leben als Chefredakteur und Programmdirektor beim Radiosender „Sunshine live“ in Mannheim arbeitet. Wie anspruchsvoll der Arenadienst des DRK ist, zeigt auch schon die Einsatzzeit. Von 12 Uhr an bis der VIP-Bereich geschlossen wird – „so gegen 1 Uhr“ (Wiesbeck) – sind die Helfer vor Ort. Gerade bei einem Derby dauert es etwas länger, hat man beim DRK festgestellt. Für die Fußballfans unter den DRK-Helfern ist es übrigens nicht so einfach. „Etwa 90 Prozent sind Hoffe-Fans oder bangen zumindest mit den Einheimischen mit,“ beschreibt Jürgen Wiesbeck die sportliche Stimmungslage in den beiden Sani-Räumen. „Wer am Spielfeld Dienst hat, ist direkt dabei, der Innendienst kann etwas TV schauen, die anderen kriegen nur wenig mit.“

von Wolfgang Kächele, Sinsheimer Nachrichten vom Montag, 5. Oktober 2015